Menschwerdung Gottes
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Die berühmte Sixtinische Madonna von Raphael in Dresden ist ein Weihnachtsbild, welches sich nicht einfach so zu erkennen gibt.
Maria trägt ihren Sohn gleichsam durch einen Vorhang aus der himmlischen Sphäre hinein in die irdisch, vergängliche Welt, hin also zur Menschwerdung – in einem Stall.
Das Jesuskind und Maria schauen etwas ängstlich und auch mit Sorge auf dieses Ereignis der Inkarnation. Menschwerdung bedeutet ja auch hinein gesetzt werden in eine Welt, die endlich, beschränkt und auch von Leid, Sorgen, Nöten, Krankheit und Gefahr geprägt ist. Dies war Jesus und seiner Mutter und damit auch Gott selbst sehr bewusst. Deshalb die etwas ängstlichen Augen der Mutter und des Kindes.
Auch wir Menschen hier auf Erden sind von vielen leichteren und schweren Herausforderungen umgeben. Vieles an diesem irdischen Leben ist wahrhaft schön und macht Freude – nehmen wir es wahr und geniessen wir es in vollen Zügen! Anderes aber ist nur schwer auszuhalten und zu ertragen.
Unserem Gott in Jesus Christus erging es nicht anders. Auch er hat dieses Schicksal von Freud und Leid getragen. Durch sein Sterben am Kreuz – Seite an Seite mit allen unschuldigen Opfern dieser Welt – hat er uns erlöst und uns dadurch eine neue hoffnungsvolle Perspektive eröffnet. Mag unser Leben noch so herausfordernd sein, es erwartet uns Befreiung und Erlösung – teilweise und beschränkt schon hier auf Erden – vollkommene Erlösung dann bei ihm in der Sphäre jenseits unseres irdischen Daseins. Dies ist kein billiger Trost, sondern will uns Mut, Hoffnung und Kraft schenken, um unser Schicksal meistern zu können, komme da, was will.
So wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben zusammen mit Don Luigi Talarico und Dr. Gerhard Ruff sowie allen Mitarbeitenden vom Pastoralraum Region Lenzburg von Herzen viel Freude an der Menschwerdung Gottes, welche wir an Weihnachten feiern und viel Kraft, Ausdauer und Gottes reichen Segen.
Pfarrer Roland Häfliger, Pastoralraum Region Lenzburg