Besuch in Seon
Informationen
Unser Pastoralraum erhielt in Seon vor Pfingsten eindrücklichen Besuch aus dem Südsudan: Pater Gregor Schmidt berichtete aus dem harten Leben im bitterarmen Südsudan – und von einem bewundernswerten Volk, das trotz Hunger, Krieg und Vertreibung seine Hoffnung und Glaubenskraft lebendig hält.
Seit 15 Jahren lebt Pater und Missionar Gregor Schmidt (52) unter den Leidtragenden im Südsudan. Diese bewegenden Einblicke brachte der Berliner in den gut besuchten Gottesdienst nach Seon.
Alltag voller Gewalt und Armut
«Die Armut im Südsudan ist kaum vorstellbar», erzählte Pater Schmidt. Viele Menschen sind Analphabeten und leben von der Landwirtschaft. Doch Naturkatastrophen zerstören regelmässig die Ernten und führen zu Hungersnöten. Der Stopp des humanitären Programms USAID verschärft die Lage zusätzlich. Zudem prägen Waffenbesitz und gewaltsame Konflikte zwischen Familienclans den Alltag.
Kraft aus dem Glauben
Trotz grosser Not erlebt Pater Schmidt im Südsudan eine lebendige, junge Kirche mit starkem Glauben. «Die Menschen singen, tanzen und feiern ihren Glauben mit grosser Hingabe», erzählte er begeistert. Gottesdienste dauern oft mehrere Stunden und finden unter freiem Himmel statt, weil die Kirchen zu klein sind. In der Region Malakal begleiten drei Priester, wenige Ordensschwestern und Katecheten Zehntausende Menschen in 80 Dörfern, die oft nur zu Fuss oder per Boot erreichbar sind. Die von ihnen herausgegebene Kinderbibel in der Sprache Azande vermittelt Kindern Werte wie Vergebung und Feindesliebe.
Konkrete Hilfe, die ankommt
Inmitten von Korruption, Gewalt und politischer Instabilität ist die Kirche für viele Menschen die einzige verlässliche Institution. Sie betreibt Spitäler, Schulen und Ausbildungszentren und fördert die Friedensarbeit zwischen verfeindeten Volksgruppen. Wie dringend diese Hilfe ist, zeigte sich 2023, als Zehntausende Vertriebene aus dem Sudan in den Südsudan flohen. Pater Schmidts Diözese nahm viele Familien auf und versorgt sie bis heute mit Lebensmitteln. Möglich ist dies nur dank Ihren Spenden.
Im Gottesdienst vom 22. Mai 2026 in Seon ist ein schöner Betrag im Wert von 537 Franken zusammengekommen. Ihre grosszügige Kollekte hat der Pastoralraum Region Lenzburg aufgestockt. So konnten wir der «Kirche in Not» total 1’000 Franken überweisen.