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Hoffnung für aussichtslose Fälle: Was uns das Fest Simon und Judas heute sagt

Am 28. Oktober feiert die Kirche das Fest der Apostel Simon und Judas Thaddäus.

Zwei Männer aus dem engsten Kreis um Jesus, über die das Neue Testament überraschend wenig berichtet.

Während Petrus und Johannes im Rampenlicht stehen, bleiben Simon – genannt der «Eiferer» (Zelot) – und Judas Thaddäus oft im Schatten.

Doch genau diese Unscheinbarkeit macht ihre Botschaft für die moderne Welt erstaunlich aktuell.

In der Tradition gilt Judas Thaddäus als Patron für die «aussichtslosen Fälle» und Menschen in schweren Notlagen. Wer heute durch die Welt blickt, begegnet unzähligen Situationen, die ausweglos erscheinen: globale Krisen, persönliche Umbrüche oder gesellschaftliche Spaltungen.

Das Gedenken an Judas erinnert daran, den Mut nicht zu verlieren, selbst wenn Hoffnung ein rares Gut geworden ist. Es fordert uns auf, auch in Zeiten der Verunsicherung eine Haltung der Zuversicht einzunehmen.

Simon wiederum bringt eine ganz andere Dynamik mit: Als ehemaliger Zelot gehörte er vermutlich einer politisch radikalen Gruppe an. Dass Jesus ausgerechnet ihn zusammen mit Männern wie Matthäus – einem ehemaligen Zöllner und Kollaborateur der Römer – in seine Nachfolge rief, zeigt das enorme Potenzial von Versöhnung.

In unserer heutigen, stark polarisierten Gesellschaft, in der oft in Unvereinbarkeiten gedacht wird, ist dies ein starkes Zeichen: Brücken bauen ist möglich, selbst über tiefste politische und weltanschauliche Gräben hinweg.

Das Fest der beiden Apostel ist somit kein verstaubtes Relikt, sondern ein Kompass für das 21. Jahrhundert. Es plädiert für Zusammenhalt trotz Gegenwind und für Hoffnung, wo andere längst aufgeben.

In Babylon, Irak lehrten und starben Simon und Judas.Bild: Wikimedia.com